"Poly-Mer“ – erstes aus recycelten Kunststoffen hergestelltes Boot der Welt

Die durch Kunststoffe verursachte Schadstoffbelastung der Weltmeere und deren schädliche Einwirkung auf Flora und Fauna ist nun allgemein anerkannt. Was aber vielen nicht bewusst ist: 80% der in den Meeren enthaltenen Kunststoffe kommen von Festlandbereichen, nämlich über Straßenabläufe und aus Fließgewässern.

Herausforderung
Hubbub, eine gemeinnützige Umweltorganisation, wollte eine kreative Lösung zur Erhöhung des Bewusstseins zum Wert von Kunststoffen finden, wie auch zur großen Vielfalt von funktionalen und dauerhaften Produkten, die aus recycelten Kunststoffen hergestellt werden können. Dazu noch sollte auf die zunehmende Kunststoffbelastung in britischen Wasserwegen hingewiesen werden, und zwar mit aktiver Einbeziehung von jungen Menschen in gemeinschaftliche Recyclingaktivitäten.

Lösung
Hubbub entschied sich für den Bau des ersten Kunststoff-Fischerkahns der Welt, der den Namen „Poly-Mer“ tragen sollte. Dieser 12 Personen fassende Kahn sollte zu 99% aus recycelten Kunststoffen bestehen – als Flaggschiff und sichtbares Zeichen für die Wichtigkeit des Recyclings von Kunststoffen, von daraus hergestellten Nachfolgeprodukten und der Kreislaufwirtschaft.

Mit Plaswood, einem Unternehmensbereich von RPC bpi recycled products, wurde ein nachhaltiger Partner gefunden. RPC bpi recycled products bereitet Kunststoffe auf und wandelt sie in Neuprodukte um, beispielsweise in ein „Plaswood“ genanntes Kunstholz.

In Großbritannien zu 100% aus recycelten Kunststoffen hergestellt, ist Plaswood wartungsfrei, wasserabstoßend, wetterfest und bildet eine nachhaltige, kostengünstige Alternative zum Einsatz herkömmlicher Werkstoffe wie etwa Beton, Stahl oder Holz.

Hubbub arbeitete dabei auch mit Buxton Water zusammen, dem Sponsor des „Prudential Ride“, einer 2018 in der Innenstadt von London ablaufenden Radsportveranstaltung; dabei sollte Buxton Water 8.000 Kunststoffflaschen einsammeln. Die eingesammelten Flaschen wurden an den speziellen Recyclingbetrieb von RPC bpi recycled products im schottischen Dumfries,transportiert, wo sie in Zentrifugaltanks zunächst gewaschen und geschreddert wurden. Danach wurde dieses Material erhitzt und extrudiert, woraufhin es in verschiedene Formen und Produkte weiterverarbeitet werden konnte – in diesem Fall in das Kunstholz Plaswood. Das Plaswood wurde dann zum von Hubbub beauftragten Bootsbauer Mark Edwards MBE gebracht, der sich bereits mit dem Bau der königlichen Prunkbarkasse „Gloriana“ einen Namen gemacht hatte.

Ergebnis
Poly-Mer ist eine kreative Lösung und zeigt, dass alle von uns ihren Beitrag zur Plastikproblematik leisten können. Es bildet ein sichtbares Beispiel dafür, was aus recycelten Kunststoffen geschaffen werden kann und klärt in einmaliger Art Menschen auf; dazu noch wurden damit Plastikabfälle aus den Londoner Docklands entfernt.

Die Wasserung von Ploy-Mer zog eine enorme Aufmerksamkeit in den Medien an; mit großem Rummel wurde damit auf die Belastung von britischen Wasserwegen durch Kunststoffabfälle hingewiesen. Therese Coffey, Ministerin für Umweltbelange, und die paralympische Seglerin Alexandra Rickham, die an der ersten Fahrt auf der Isle of Dogs im November 2018 teilnahm, waren über das Team von Hubbub voll des Lobes.

Die Poly-Mer führt nun regelmäßig Fangfahrten zum Einsammeln von Plastikabfällen im Bereich der Londoner Docklands durch. Daran nehmen nicht nur Schüler und andere interessierte Menschen teil, sondern auch gewerbliche Repräsentanten, die das Problem ernstlich angehen möchten.

In den ersten sechs Monaten sammelte die Poly-Mer 95 kg recycelbare Kunststoffabfälle aus der Thames auf, einschließlich 762 Plastikflaschen. Bisher haben 470 Personen an diesen Fangfahrten teilgenommen. Gegenwärtig ist ein zweiter Kahn im Bau, wofür aus der Thames gefischte Plastikabfälle genutzt werden.

Das Projekt erwies sich als Magnet für Medienberichte, das der Botschaft von der Wichtigkeit des Recyclings von Kunststoffen einen beachtlichen Schub verlieh. Mehrere Videos auf YouTube und über 120 Medieneinschübe erreichten ein 124 Millionen zählendes Publikum im Fernsehen, Rundfunk und in weitreichenden landesweiten, lokalen und gewerblichen Kanälen.

Case Study

Case Study

Die Nachhaltigkeit der Aktion The Great British Spring Clean sicherstellen